Inhalt
Komplette Seitenliste
am 09.05.2025 - 12:54 Uhr
Adressat*innen: die Vollversammlung des LJR
Die Vollversammlung beauftragt den Vorstand und den Hauptausschuss mit der Fortführung und Einrichtung der Arbeitsgruppe Kinder- und Jugendarmut als Gremium des Landesjugendrings. Kinder- und Jugendarmut muss ein Schwerpunktthema des LJR werden, denn Jugendpolitik heißt Teilhabe und umfassende Teilhabe für alle Kinder und Jugendliche ist nur durch Armutsbekämpfung gewährleistet!
Die AG Kinder- und Jugendarmut hat das Ziel,
- den Vorstand/die Verbände zu Kinder- und Jugendarmut zu beraten und politische Forderungen zu entwickeln,
- das Thema wiederkehrend zu platzieren und auf die Agenda zu setzen,
- Information, Sensibilisierung und Fortbildung der Verbände zu fördern,
- über aktuelle Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren.
Dies schließt mit ein:
Verbände stellen im Rahmen ihrer Möglichkeiten Handlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten für Betroffene bereit, Förderbedarfe aufzuzeigen und sich für niedrigschwelligen Zugang zu Fördermöglichkeiten einzusetzen.
Begründung
Die AG Kinder- und Jugendarmut wurde durch einen im Hauptausschuss 2024 angenommenen Beschluss („Kinder- und Jugendarmut geht uns alle an“) ins Leben gerufen, der ursprünglich aus einer Auseinandersetzung, mit der für 2025 geplanten Kindergrundsicherung resultierte. Nach der Aufnahme der Arbeit der AG und dem Scheitern der Einführung der Kindergrundsicherung wurde schnell klar, dass das Thema Kinder- und Jugendarmut jedwede mögliche Unterstützung benötigt, um sowohl in den Medien als auch in der Politik präsent zu bleiben. Denn aktuelle Statistiken und Studien (siehe unten) zeigen deutlich, dass das Problem der Armut und Armutsgefährdung unter Kindern und Jugendlichen keineswegs abnimmt, sondern auf einem alarmierend hohen Niveau verharrt. Alleine in Rheinland-Pfalz gilt mehr als jedes fünfte Kind als armutsgefährdet; Brennpunkte sind hauptsächlich Städte wie Pirmasens, Ludwigshafen und Kaiserslautern. Gleichzeitig wird bei einer Auseinandersetzung mit den bereits bestehenden Fördermöglichkeiten und Ansätzen zur Eindämmung von Kinder- und Jugendarmut deutlich, dass Vereinen und Verbänden – auch von Seiten der Politik – eine nicht zu unterschätzende Aufgabe zufällt, denn diese haben häufig den bei staatlichen Institutionen fehlenden Zugang zu den Betroffenen.1 Nicht zuletzt aus diesem Grund ist es ein Hauptanliegen der AG Kinder- und Jugendarmut, Kinder- und Jugendverbandsarbeit für alle zu ermöglichen und den Verbänden und Vereinen die bestmögliche Unterstützung zu liefern.
Obwohl Armut oder Armutsgefährdung gerade im Hinblick auf Chancengleichheit, Bildung und kulturelle Teilhabe keine Ausschlusskriterien sein sollten, sind sie dies häufig. Faktoren wie das Aufwachsen in prekären Familienverhältnissen jeglicher Art, ein Migrationshintergrund, das Leben mit Behinderung oder chronischen Erkrankungen und das Aufwachsen in alternativen Formen der Betreuung sowie weitere Start- und Rahmenbedingungen wirken sich zumeist von Geburt an auf die Armutsgefährdung einer Person aus.2 All diese Faktoren sind bereits seit einigen Jahren als deutliche Probleme unserer Gesellschaft benannt worden,3 die für die Betroffenen teils ein ganzes Leben lang Nachwirkungen mit sich ziehen und einen Ausstieg aus der Armutsspirale enorm erschweren. Eine Verbesserung der Lage in Armut lebender oder armutsbedrohter Kinder und Jugendlicher ist jedoch in den letzten Jahren trotz dieser Erkenntnisse nicht erfolgt. Vielmehr ist nach dem kurzen Anstieg der Auseinandersetzung mit dem Thema im Rahmen des Scheiterns der Kindergrundsicherung 2024 der Eindruck entstanden, dass das Thema von Seiten der Politik nicht weiterverfolgt wird und keinerlei Priorität mehr besitzt.4 Dabei fördert der Zugang zu Bildung nachweislich die Demokratisierung sowie die Chancengleichheit und schützt vor Radikalisierung5 – wodurch gleich einer weiteren aktuellen Herausforderung aktiv entgegengewirkt werden könnte. Aus diesem Grund sehen wir auch hier dringenden Handlungsbedarf und setzen uns als Jugendverbände verstärkt für die Präsenz der Thematik in der Politik ein.
Ebenso ist auch die Bedeutung von Bildung und Kultur für die Armutsbekämpfung bereits erkannt worden,6 doch – gleichwohl wie im Falle der Kindergrundsicherung – lässt die Verwirklichung der Teilhabe in diesen beiden Punkten zu wünschen übrig. Wenn dazu ebenfalls bei diesem Punkt – wie oben bereits angeklungen – von Regierungsseite derart auf die Beteiligung und Unterstützung von Verbänden und Vereinen gezählt wird,7 sollten die zu diesem Zweck ins Leben gerufenen Fördermöglichkeiten8 unbedingt niedrigschwelliger gestaltet werden! Die Antragsstellung für die einschlägigen Fördermaßnahmen ist sowohl für Privatpersonen als auch für Verbände und Vereine häufig mit zu hohen Hürden, einem enormen Arbeitsaufwand, einer hohen Bringschuld sowie kurzen Fristen verbunden. Gleichzeitig sind die Beantragungsprozesse für Privatpersonen bei Behörden oder im (Schul)Alltag extremst schambehaftet, da fast immer einer*einem Leiter*in bzw. einer Person des Lehrpersonals die eigene prekäre Situation offengelegt werden muss.9 Hier muss dringend an niedrigschwelligeren Lösungen für alle Beteiligten gearbeitet werden!
Eine weitere diesbezügliche Herausforderung für Verbände und Vereine stellt die Erreichbarkeit der armutsgefährdeten oder armutsbetroffenen Kinder und Jugendlichen dar. Denn Kinder und Jugendliche, die in Familien mit finanziellen Defiziten aufwachsen, sind weitaus weniger in Vereinen und Verbänden aktiv oder besuchen deutlich weniger Kulturveranstaltungen, als Kinder und Jugendliche aus einem finanziell gesicherten Haushalt.10 Aus diesem Grund möchten wir uns insbesondere für kostenlose und niedrigschwellige Angebote sowie für die Unterstützung bei der Beantragung von Fördergeldern aussprechen – dies ist allerdings nicht möglich, wenn die Förderungen für die Kinder- und Jugendarbeit ständig sinken oder sogar gestrichen werden! Auch hier bedarf es einer öffentlichkeitswirksamen, dauerhaften Strategie.
Insbesondere der letzte Punkt zeigt die Notwendigkeit der permanenten Platzierung des Themas Kinder- und Jugendarmut in Presse und Politik aus der expliziten Sicht der Verbände und Vereine deutlich auf. Genau hier möchten wir als AG Kinder- und Jugendarmut ansetzen, um unseren Vereinen und Verbänden als kompetente Ansprechpartner*innen zur Seite zu stehen und, um das wichtige Thema Kinder- und Jugendarmut angemessen in der Politik präsent zu halten.
Fußnoten:
1 Siehe „Aktionsplan zur Armutsbekämpfung“ des Landes Rheinland-Pfalz, S. 28; „Neue Chancen für Kinder in Deutschland“, S. 22; 24.
2 Siehe „Neue Chancen für Kinder in Deutschland“, S. 13ff.; 20.
3 „Internationale Studien bescheinigen Deutschland einen besonders starken Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Armutsgefährdung.“ („Aktionsplan zur Armutsbekämpfung“ des Landes Rheinland-Pfalz, S. 15) „Empirisch belegt sind unter anderem Zusammenhänge zwischen den Faktoren Bildung, Gesundheit, Erwerbslosigkeit und Einkommen. Personen, die einen niedrigen Bildungsabschluss haben, tragen zugleich ein höheres Risiko, arbeitslos und in prekären Einkommenslagen zu sein. Auch Krankheit und ein geringer Bildungsstand der Eltern sind mit geringeren materiellen Ressourcen assoziiert.“ („Neue Chancen für Kinder in Deutschland“, S. 20)
4 Vgl. die Ambitionen der Bundesregierung bezüglich der Kindergrundsicherung wie in „Neue Chancen für Kinder in Deutschland“, S. 24f. beschrieben. Verstärktes Engagement für Kinder und Jugendliche wird bereits im „Aktionsplan zur Armutsbekämpfung“ des Landes Rheinland-Pfalz von 2020 gefordert. (S. 8, 11f.; 14ff.)
5 Siehe „Kräfte bündeln, Zukunft gestalten“, S. 36.
6 Siehe „Aktionsplan zur Armutsbekämpfung“ des Landes Rheinland-Pfalz, S. 24ff.; „Neue Chancen für Kinder in Deutschland“, S. 20, 32f.; Walper/Riedel 2011.
7 Vgl. „Aktionsplan zur Armutsbekämpfung“, S. 29f.; 35f. Die wichtige Rolle der Verbände und Vereine bei der Umsetzung der Regierungsvorhaben ist sogar in einer Studie untersucht worden. („Neue Chancen für Kinder in Deutschland“, S. 52ff.)
8 Eine Sammlung der aktuellen Fördermöglichkeiten wird derzeit von der AG Kinder- und Jugendarmut vorbereitet. Ein Verzeichnis von bundesweiten Fördermöglichkeiten und Maß-nahmen findet sich in „Neue Chancen für Kinder in Deutschland“ ab S. 62.
9 Siehe „Kräfte bündeln, Zukunft gestalten“, S. 37.
10 Siehe Walper/Riedel 2011, S. 14. Studien belegen zudem, dass der Bildungsstand der Eltern ausschlaggebend für die frühkindlichen Lernerfahrungen und die aus ihnen resultierende Teilhabe ist. (Siehe ebd. S. 14f.) Auch hier kann sich die Mitgliedschaft in einem Verband oder einem Verein positiv auf die kindliche Entwicklung und somit die Teilhabe auswirken.
Quellen und Hintergründe:
Auch in Rheinland-Pfalz ist mehr als jedes fünfte Kind von Armut bedroht. Insgesamt waren 143.647 und damit rund 21 Prozent der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren im Jahr 2021 armutsgefährdet.
Stark betroffen waren, wie auch bundesweit zu beobachten, besonders Kinder von Allein-erziehenden (44,1 Prozent) und Familien mit drei oder mehr Kindern (30,2 Prozent). Bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren waren 22 Prozent von Armut bedroht.
Quelle: „Factsheet Kinder- und Jugendarmut“
- „Aktionsplan zur Armutsbekämpfung“ des Landes Rheinland-Pfalz (2020): https://mastd.rlp.de/fileadmin/06/04_Soziales/Soziales_Dokumente/Aktionsplan_Arm- de/fileadmin/06/04_Soziales/Soziales_Dokumente/Aktionsplan_Armutsbeka__mpfung_11- 122020.pdf
- „Ein Versprechen an die Jugend“: Zusammenfassung des UNICEF-Berichts (2023): https://www.unicef.de/informieren/materialien/zusammenfassung-des-berichts-ein- versprechen-an-die-jugend-/339314
- „Factsheet Kinder- und Jugendarmut“ der Bertelsmann Stiftung zum Thema Kinder- und Jugendarmut (2023): https://www.bertelsmann- stiftung.de/fileadmin/files/Projekte/Familie_und_Bildung/Factsheet_BNG_Kinder_und_Jugendarmut_2023.pdf
- „Generationengerechtigkeit“: Diskussionspapier des Bundesjugendkuratoriums zur Generationengerechtigkeit (mit den Unterpunkten Teilhabe, Bildung, Armut und Grundsicherung) (2024): https://bundesjugendkuratorium.de/presse/generationengerechtigkeit-fuer-junge- menschen.html
- „Jugend ermöglichen!“, Broschüre zum 15. Kinder- und Jugendbericht (32018): https://www.bmfsfj.de/resource/blob/114190/be92bf1a08ec1d45578d06eb9bd49d18/juge- nd-de/resource/blob/114190/be92bf1a08ec1d45578d06eb9bd49d18/jugend-ermoeglichen-jugendbroschuere-zum-15-kinder-und-jugendbericht-data.pdf
- „Kinderarmut in Deutschland“: Informationen von Save the Children zum Thema Kinderarmut (zuletzt aufgerufen am 13.02.2025): https://www.savethechildren.de/informieren/themen/kinderarmut-in-deutschland/
- „Kinderarmut inmitten von Wohlstand“: Zusammenfassung der aktuellen UNICEF- Studie (2023): https://www.unicef.de/_cae/resource/blob/344088/43de6b4ef81b7b67afe87c9bd43686af- de/_cae/resource/blob/344088/43de6b4ef81b7b67afe87c9bd43686af/report-card-18- zusammenfassung-de-data.pdf
- "Kindergrundsicherung: Besser als nichts“: Impuls der Hans Böckler Stiftung (2024): https://www.boeckler.de/de/boeckler-impuls-kindergrundsicherung-besser- als-nichts-58539.htm
- „Kinder in Deutschland“: Bericht und Studienergebnisse von UNICEF zum Thema Kinderarmut (2023): https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/presse/- /bericht-kinder-in-deutschland-2023/339164
- „Kindern eine Zukunft garantieren“: Bericht und Handlungsempfehlung von Save the Children an die EU zum Thema Kinderarmut (2023): https://www.savethechildren.de/fileadmin/user_upload/Downloads_Dokumente/Bericht- de/fileadmin/user_upload/Downloads_Dokumente/Berichte_Studien/2023/save-the- children-kindern-eine-zukunft-garantieren-2023.pdf
- „Kräfte bündeln, Zukunft gestalten“: Schattenbericht des DBJR zur wichtigen Rolle von Bildung für die Chancen junger Menschen (2025): https://www.dbjr.de/artikel/kraefte-buendeln-zukunft-gestalten-beste-bildung- durch-eine-starke-zivilgesellschaft-ein-appell
- „Neue Chancen für Kinder in Deutschland“: Nationaler Aktionsplan des BMFSFJ (2023): https://www.bmfsfj.de/resource/blob/231862/4e3eada93af3956e68861c92e3b88c0f/nati- de/resource/blob/231862/4e3eada93af3956e68861c92e3b88c0f/nationaler-aktionsplan- neue-chancen-fuer-kinder-in-deutschland-data.pdf
- Studie der Hans Böckler Stiftung zur Kindergrundsicherung (2024): https://www.boeckler.de/pdf/pm_wsi_2024_03_08.pdf
- Zweiter Kinder- und Jugendbericht Rheinland-Pfalz; besonders relevant für unser Thema sind die Punkte 2.2, 2.3 und 3.1 (2015): https://www.jugendgerecht.de/downloads/2._Kinder-_und_Jugendbericht_Rheinland- Pfalz.pdf
- Stellungnahme diverser zivilgesellschaftlicher Verbände und Stiftungen zur Entbürokratisierung (2023): https://www.stiftungbildung.org/wp- content/uploads/230424_Stellungnahme_Entbuerokratisierung_StiftungBildung.pdf
- Stellungnahme und Forderungen des Ratschlags Kinderarmut (2024): https://www.dbjr.de/artikel/ratschlag-kinderarmut-verabschiedet-gemeinsame- erklaerung
- „Politik vom Kind aus denken“: Info-Seite der Bertelsmann Stiftung zum Thema Kinder, Familie und Bildung mit vielen Publikationen zum Thema Kinderarmut und Teilhabe (zuletzt aufgerufen am 13.02.2025): https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-projekte/familie-und-bildung-politik-vom-kind-aus- denken#detail-content-193494-3
- Walper, S./Riedel, B. (2011): Was Armut ausmacht. DJI Impulse, 1/2011(92/93), S. 13–15: https://www.dji.de/fileadmin/user_upload/bibs/Was_Armut_ausmacht.pdf
- „Zusammenleben in der Migrationsgesellschaft“: Arbeitshilfe des Deutschen Kinderhilfswerks zum Thema Klassismus und Kinderarmut (2023): https://www.vielfalt-mediathek.de/material/zusammenleben-in-der- migrationsgesellschaft/klassismus-und- kinderarmut?gad_source=5&gclid=EAIaIQobChMI963P5YnhigMVw5GDBx2wMzL_EAAYAyAAEgJux- kinderarmut?gad_source=5&gclid=EAIaIQobChMI963P5YnhigMVw5GDBx2wMzL_EAAYAyAAEgJux- fD_BwE
Einstimmig beschlossen durch die 118. Vollversammlung des Landesjugendringes Rheinland-Pfalz e. V. am 5. April 2025 in Koblenz.
am 09.05.2025 - 12:49 Uhr
Adressat*innen:
• Fraktion der SPD im Landtag Rheinland-Pfalz
• Fraktion der CDU im Landtag Rheinland-Pfalz
• Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Landtag Rheinland-Pfalz
• Fraktion der FDP im Landtag Rheinland-Pfalz
• Mitgliedsverbände des Landesjugendringes Rheinland-Pfalz
• Kooperationsorganisationen des Landesjugendringes Rheinland-Pfalz
Der Landesjugendring möge die im Folgenden genannten Punkte, zur Ablehnung direkter Zusammenarbeit mit demokratiefeindlichen Parteien und Verbänden sowie die Aufforderung an alle demokratischen, im Landtag vertretenen Fraktionen, nicht mit der AfD zusammenzuarbeiten, sofern dies vermeidbar ist, beschließen.
Der Landesjugendring Rheinland-Pfalz lehnt die direkte Zusammenarbeit mit demokratiefeindlichen Parteien und Verbänden, wie der AfD, ab, es sei denn der Ausschluss dieser demokratiefeindlichen Parteien und Verbände von Veranstaltungen ist aufgrund ihres Rechts auf demokratische Teilhabe in keinster Weise möglich. Der Landesjugendring verurteilt zudem das vergangene Abstimmungsverhalten im Bundestag, bei dem die CDU- und FDP-Fraktion, sowie die Gruppe des BSW es in Kauf genommen haben, eine Mehrheit mit den Stimmen der AfD-Fraktion fern der demokratischen Mitte zu bilden.
Der Landesjugendring und seine Mitgliedsverbände verurteilen diesen Tabubruch aufs Schärfste und fordern alle demokratischen Fraktionen im rheinland-pfälzischen Landtag auf, diesen Fehler nicht auch auf Landesebene zu begehen und in keinster Weise auf direktem Weg mit der AfD-Fraktion zusammenzuarbeiten.
Begründung
Demokratie lebt davon, dass demokratische Parteien und deren Abgeordnete in der Lage sind untereinander zu reden und Lösungen sowie Kompromisse zu finden. Zum ersten Mal seit der Entstehung der Bundesrepublik Deutschland seit 1949 entstand eine Mehrheit für einen Entschließungsantrag im Deutschen Bundestag nur mit den Stimmen der AfD. Des Weiteren wurde von der CDU-Fraktion versucht ein Gesetz, das sogenannte „Zustrombegrenzungsgesetz“, mithilfe der Stimmen der AfD-Fraktion zu verabschieden. Dies scheiterte unter anderem daran, dass mehrere FDP Abgeordnete, sowie ein paar wenige CDU-Abgeordnete nicht zur Abstimmung erschienen.
Die AfD ist laut Verfassungsschutz bundesweit ein rechtsextremistischer Verdachtsfall und gilt in drei Bundesländern bereits als gesichert rechtsextrem. Einige Mitglieder der Partei, auch aus hohen Positionen, sind schon mehrfach durch Nationalsozialistische Parolen sowie das Zeigen des Hitlergrußes aufgefallen. Das geht so weit, dass man den Landesvorsitzenden und Fraktionsvorsitzenden der AfD in Thüringen laut Gerichtsurteil als Faschisten bezeichnen darf.
Das alles zeigt uns, dass die AfD nicht als demokratische Partei betrachtet werden kann.
Für uns ist klar, dass mit Demokratiefeinden nicht zusammengearbeitet werden darf, damit deren menschenverachtende Ideologien nicht in unserer Gesellschaft normalisiert werden. Dies möchten wir auch mit Verweis auf die Weimarer Republik betonen, in der Konservative eingeknickt sind und es toleriert haben, dass die NSDAP in Regierungsverantwortung geraten ist und letztendlich Hitler die Macht übertragen haben, der ohne eigene parlamentarische Mehrheit die Demokratie in die Diktatur führte und die Republik zerstörte.
Es dürfen keine Mehrheiten gezielt mit Demokratiefeinden gesucht werden, sondern müssen aus der Mitte des Parlaments bzw. der Gesellschaft gebildet werden.
Wenn Abgeordnete extremistischer, menschenverachtender Parteien jubelnd im Parlament sitzen, dann löst das bei uns große Sorge aus und bewegt uns zu der Aufforderung, dass etwas Derartiges nicht wieder geschehen darf!
Mit sechs Enthaltungen beschlossen durch die 118. Vollversammlung des Landesjugendringes Rheinland-Pfalz e. V. am 5. April 2025 in Koblenz.
Wahlalter 16 - jetzt!
Die Arbeit in demokratischen, selbstorganisierten Jugendverbänden zeigt: Kinder und Jugendliche wollen und können (mit)entscheiden. Das vielseitige ehrenamtliche Engagement, die Beiträge in den sozialen Netzwerken und nicht zuletzt die zunehmende Beteiligung an Bewegungen wie Fridays for future u. ä. machen deutlich: junge Menschen wissen sehr genau, was für sie, ihre Zukunft und für die Gesellschaft von Relevanz ist. Doch häufig gibt es nur wenige Möglichkeiten für eine wirksame Partizipation und Beteiligungsmöglichkeiten sind oft nur auf die symbolische Ebene beschränkt.
Daher setzen wir uns auf allen Ebenen für eine Ausweitung der Partizipationsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen ein. So unterstützen wir z. B. konkrete Projekte wie den Schülerlandtag, Jugendparlamente und andere Initiativen auf kommunaler Ebene. Viel zu oft werden in Politik und Gesellschaft Entscheidungen getroffen, die direkte Auswirkungen auf den Alltag von Kindern und Jugendlichen haben, ohne dass diese mitbestimmen dürfen. Daher treten wir besonders ein für die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre.
Die Interessen von Kindern und Jugendlichen dürfen aber nicht erst mit dem Eintritt ins Wahlalter wahrgenommen werden. Denn Kinder und Jugendliche werden die Zukunft gestalten, dazu brauchen sie heute Beratung, Vorbereitung und Gelegenheiten. Gemeinsam mit unseren Mitgliedsverbänden unterstützen wir junge Menschen, ernst genommen zu werden und ihre Lebensverhältnisse und die Gesellschaft demokratischer zu gestalten.
am 12.04.2019 - 14:45 Uhr
In drei Diskussionsrunden haben Jugendministerin Anne Spiegel, Oberbürgermeisterin der Stadt Speyer Stefanie Seiler und Dorothea Schäfer, Landrätin des Kreises Mainz-Bingen am Vormittag mit den rheinland-pfälzischen Jugendverbänden diskutiert. Es ging um Infrastruktur für Jugendliche in den Kommunen, um Beteiligungsmöglichkeiten und die Senkung des Wahlalters auf 16 Jahres sowie die Verbesserung der Mobilität. Grundlage hierfür bildeten die grade erst erschienenen Ergebnisse der Jugend- und Politikbefragung „dorf-test“ des Landesjugendringes. Zu Gast waren außerdem die jugendpolitischen Sprecher*innen der Landtagsfraktionen Pia Schellhammer (Bündnis 90/Die Grünen) und Marc Ruland (SPD).
Passend zur Diskussion fordert der einstimmig beschlossene Antrag des Vorstandes „Jugend beteiligen – aktive Kommunen haben Zukunft“ Respekt für Jugendliche und ihre Belange und die wirksame Beteiligung Jugendlicher.
Seitens der Jugendverbände wurde ein Antrag zur kostenfreien bzw. zunächst bezahlbaren Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs für Schüler*innen, Auszubildende und junge Menschen in Freiwilligendiensten eingebracht und beschlossen. Ein Antrag zu arbeitsfreien Sonntagen wurde angenommen, sowie eine Forderung zur Verbesserung des Gesetzes zur Förderung des Ehrenamtes in der Jugendarbeit erhoben. In einem Initiativantrag erklärt sich der Landesjugendring mit den „Fridays for Future“-Demonstrant*innen solidarisch.
Der Preis für die beste Sammelidee innerhalb der Jugendsammelwoche 2018 wurde der Evangelischen Jugend Prüm verliehen.
Zu den Beschlüssen der 112. Vollversammlung geht es hier: Positionen & Beschlüsse
Die bisherigen Vorsitzenden Maria Leurs (DGB-Jugend) und Volker Steinberg (Evangelische Jugend der Pfalz) wurden wieder gewählt, ebenso der stellvertretende Vorsitzende Sascha Zink (Bund der Deutschen Katholischen Jugend Mainz). Neu in den Vorstand gewählt wurde Kira Brennemann (Sozialistische Jugend Deutschland – Die Falken).
am 14.12.2022 - 16:03 Uhr
Dieses Mal werden Empfehlungen für den Nationalen Aktionsplan für Kinder- und Jugendbeteiligung erarbeitet – so werden der Bundesregierung Impulse gegeben, die Jugendstrategie weiterzuentwickeln und den Forderungen für eine jugendgerechte Zukunft Nachdruck verliehen. Erstmals finden die JugendPolitikTage mit dem Bundestreffen der Kinder- und Jugendparlamente statt.
Auf den JugendPolitikTagen 2023 versammeln sich verschiedene Jugendliche aus ganz Deutschland, diskutieren mit Jugend- und Fachpolitiker*innen auf Augenhöhe und erarbeiten in Arbeitsgruppen politische Empfehlungen für den Nationalen Aktionsplan für Kinder- und Jugendbeteiligung.
Bis zum 31. Januar 2023 ist es möglich sich für die JugendPolitikTagen 2023 zu bewerben. An- und Abreise, Teilnahme, Unterkunft und Verpflegung sind kostenlos.
Parallel findet ein Kunstwettbewerb für junge Perspektiven auf Gegenwart und Zukunft zum Thema „Ist das Politik oder kann das weg?" statt und begleitet die JugendPolitikTage 2023.
Vom 12. Dezember 2022 bis zum 12. Februar 2023 können Kunstwerke eingereicht werden. Die ausgezeichneten Werke werden auf einer Vernissage während der JugendPolitikTage 2023 präsentiert.
Mehr Infos unter www.jugendpolitiktage.de
am 01.07.2025 - 06:47 Uhr
Das diesjährige Thema für die Kategorie Praxispreis ist „Demokratiebildung und -förderung in der Kinder- und Jugendhilfe“. Der Medienpreis und der Theorie- und Wissenschaftspreis werden jeweils ohne Themenbindung vergeben. Pro Kategorie kann ein Preisgeld von 4.000€ sowie ein Anerkennungsbetrag von 1.000€ vergeben werden. Gestiftet werden die Preise von den Obersten Jugend- und Familienbehörden der Länder sowie vom Vorstand der AGJ. Bewerbungen können postalisch oder digital eingereicht werden.
Weitere Informationen unter: Bewerbungsformular | Deutscher Kinder- und Jugendhilfepreis
am 14.12.2022 - 16:06 Uhr
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Nationalkomitee für Internationale Jugendarbeit und der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. bieten die UN-Jugenddelegierten zur Generalversammlung, Workshops für Jugendliche in Deutschland an. Bei einer „Deutschlandtour“ informieren sie über die Arbeit der Vereinten Nationen und die Themen der UN-Generalversammlung. Dabei ermutigen sie junge Menschen, nachzufragen, mitzumachen und sich für die Ziele der Vereinten Nationen einzubringen.
Die UN-Jugenddelegierten zur Generalversammlung werden gemeinsam mit anderen internationalen Jugenddelegierten zur Generalversammlung aktiv, um die unterschiedlichen Perspektive von jungen Menschen in Deutschland auf UN-Ebene hör- und sichtbar zu machen.
Möglich ist dies bis zum 03. Januar für Interessierte zwischen 18 und 25 Jahren.
Weitere Informationen und Bewerbungsformular: https://ijab.de/alle-kurzmeldungen/jugenddelegierte-zur-un-generalversammlung-gesucht
Quelle: Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. (DGVN)
am 14.12.2022 - 16:05 Uhr
Der Deutsche Kinder- und Jugendpreis zeichnet jährlich Projekte aus, die sich in beispielhafterweise im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention für die Umsetzung der Kinderrechte einsetzen. Hierbei ist der Aspekt der umfangreichen Beteiligung der Kinder und Jugendlichen bei der Planung und Durchführung der Projekte zentrales Kriterium für die Auswahl der Nominierten.
Seit 2020 wird der Preis unter dem Namen Deutscher Kinder- und Jugendpreis in den Kategorien Politisches Engagement, Solidarisches Miteinander und Kinder- und Jugendkultur an herausragende Projekte vergeben.
Mehr Informationen und Bewerbung hier: https://www.dkhw.de/aktionen/deutscher-kinder-und-jugendpreis/
<h2 style="text-align:justify;margin-right:0cm;margin-left:0cm;">
am 14.12.2022 - 16:08 Uhr
Ziel des Wettbewerbs ist die Würdigung, Sichtbarmachung, Vernetzung und das Empowerment der Projekte. Außerdem werden alle Projekte in einer Datenbank gesammelt, die über die Website öffentlich zugänglich ist.
„Demokratisch Handeln“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und von den Kultusministerien in den Ländern unterstützt. Träger ist der Förderverein Demokratisch Handeln e.V.
Alle Informationen und Anmeldung unter: https://www.demokratisch-handeln.de/
am 14.05.2024 - 11:52 Uhr
United in Democracy? Jede Stimme zählt!
Bundeszentrale für politische Bildung vergibt Jugenddemokratiepreis // Bis zu 3000 Euro Preisgeld // Jetzt bewerben unter www.bpb.de/547484
Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb lädt ein, sich für den Jugenddemokratiepreis 2024 unter dem Motto "United in Democracy - Jede Stimme zählt!" zu bewerben. Bewerbungen sind bis zum 14.06.2024 möglich.
Dieses Jahr wird in Deutschland ganze 13 Mal gewählt – von der Kommune bis hin zum EU-Parlament. Gerade in diesem Superwahljahr ist jede Stimme ein Zeichen für eine starke Demokratie, die versucht Konflikte im Diskurs auszuhandeln und trotz widerstreitender Positionen im Gespräch zu bleiben. Demokratie lebt davon sich einzubringen und auch weit über den Wahltag hinaus ein demokratisches Miteinander zu leben.
Aus diesem Grund hat sich der Jugenddemokratiepreis 2024 zur Aufgabe gemacht, Projekte junger Menschen auszuzeichnen, die durch ihren Beitrag unsere Demokratie stärken und mit Tatkraft und Überzeugung für eine faire und vielfältige Gesellschaft einstehen. Die Projekte können in Verbindung mit dem Wahljahr 2024 stehen, müssen es aber nicht.
Mit dem Jugenddemokratiepreis werden einmal pro Jahr junge Menschen ausgezeichnet, die sich mit ihren Projekten in einer herausragenden Art und Weise für unsere Demokratie einsetzen. Der Jugenddemokratiepreis wird von einer Jugendjury verliehen und ist damit eine Würdigung von Jugendlichen für Jugendliche.
Zu gewinnen gibt es für das Siegerprojekt ein Preisgeld von bis zu 3000 Euro.
Weitere Informationen und die Voraussetzungen für die Bewerbung unter www.bpb.de/jugenddemokratiepreis sowie auf Facebook und Instagram unter @jugenddemokratiepreis.
Auf einen Blick:
Jugenddemokratiepreis 2024 "United in Democracy? - Jede Stimme zählt!"
Bewerbung: Bis zum 14. Juni 2024 unter www.bpb.de/jugenddemokratiepreis
Zielgruppe: Junge Menschen aus dem ganzen Bundesgebiet zwischen 14 und 27 Jahren
Preisverleihung: 7. September 2024 in Bonn
Anmeldung und Kontakt für inhaltliche Rückfragen:
Bundeszentrale für politische Bildung/bpb
JUGENDDEMOKRATIEPREIS Koordinationsteam
Fachbereich Veranstaltungen
Bundeskanzlerplatz 2
53113 Bonn
