Geis, ManfredAktionen

Partei
SPD – Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Wahlkreis
41 - Bad Dürkheim
Persönliche Angaben
Geburtsdatum: 27.12.1949

Beruf: Mitglied des Landtags Rheinland-Pfalz

Erfahrung in der Jugendarbeit: Vorsitzender im Ausschuss für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Mitglied des Kuratoriums der Landeszentrale für politische Bildung. Im Rahmen meiner Tätigkeit als MdL betreue ich außerdem zahlreiche junge Praktikantinnen und Praktikanten. Beim Leininger Gymnasium Grünstadt bin ich „Pate“ von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.
1. Frage: Gute Jugendpolitik

Aus Sicht der Jugendverbände und Jugendringe funktioniert Gute Jugendpolitik ressortübergreifend und redet mit jungen Menschen statt über sie. Alle politischen Entscheidungen müssen bezüglich ihrer Auswirkungen auf das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen überprüft werden, im Land wie in der Kommune.

Wie werden Sie die Neuausrichtung der Jugendpolitik in Rheinland-Pfalz im Sinne einer Guten Jugendpolitik in der neuen Wahlperiode unterstützen?


Mit meiner Partei stimme ich darin überein, dass die Kinder- und Jugendpolitik ein zentrales Thema ist, bei dem wir immer aufmerksam bleiben müssen. Dazu bietet sich ganz offensichtlich das direkte Gespräch mit Jugendlichen an. Neben offiziell erhobenen Umfragen wie dem Kinder- und Jugendbericht, bei dem zahlreiche junge Menschen selbst zu Wort kommen, glaube ich fest an den persönlichen Austausch. Deshalb halte ich immer meine Ohren offen und berücksichtige die erhaltenen Anregungen und Ideen bei meinen täglichen Entscheidungen. Beispiel? „Jedem Kind seine Kunst“ ist zu einem sehr erfolgreichen Projekt mit begeisterten Rückmeldungen geworden. Daran, dass es eine spezielle Förderung für Jugendkunstschulen im Land gibt, habe ich sicher einen kleinen Anteil. Auch für die Musikschulen des Landes setze ich mich mit Überzeugung ein.
2. Frage: Finanzierung der Jugendarbeit als Infrastruktur

Die öffentlichen Ausgaben für Jugendarbeit stagnieren seit Jahrzehnten. Gemessen an den Gesamtausgaben für die Jugendhilfe (hier vor allem für Kindertagesbetreuung) geht der Anteil der Ausgaben für Jugendarbeit immer weiter zurück und liegt aktuell in Rheinland-Pfalz bei 3,4 %. Damit liegen wir – wie üblich in diesem Bereich – klar unter dem Bundesdurchschnitt. Mit dem Argument der Einhaltung der Schuldenbremse werden häufig existenziell notwendige Ausgaben für die Erhaltung und den dringend nötigen Ausbau der Jugendarbeit im Sinne einer örtlich vorzuhaltenden Infrastruktur nicht getätigt. Dies schadet der jungen Generation.

Was werden Sie persönlich tun, um Angebote und Strukturen der Jugendarbeit im Land und in der Kommune abzusichern und zu stärken?


Zuerst: Zu einer gesunden nachwuchsorientierten Politik gehört nicht nur die Jugend-, sondern auch die Kinderarbeit. Deshalb dürfte es sicherlich im Interesse von niemandem liegen, die Kinderbetreuung gegen die Jugendarbeit konkurrierend aufzurechnen. Außerdem belegt Rheinland-Pfalz bei der Kinderbetreuung im bundesweiten Vergleich einen Spitzenplatz; dieser Erfolg sollte uns nicht negativ vorgehalten werden. Im Gegensatz zu anderen Bereichen, die Kürzungen erfahren mussten, hat das Land den Etat für die Jugendarbeit 2016 beibehalten. Darüber hinaus ist ein wichtiger Bestandteil für das Wohlergehen der Jugendliche die Qualität und das Umfeld der Bildung: Für 2016 steigt das Budget für die sozialen Bildungsmaßnahmen um 300.000 Euro auf 2 Millionen Euro. Damit sollen Kinder und Jugendliche, auch Flüchtlinge, in ihrer Persönlichkeitsbildung unterstützt werden: Konfliktbewältigung, soziale Kompetenzen sowie das Bewusstsein, was es heißt, Teil eines freien Staates zu sein. Persönlich setze ich mich dafür ein, dass dieses Thema in meinem Wahlkreis immer ganz oben auf der Tagesordnung steht.
3. Frage: Vielfalt und Teilhabe

Alle Kinder und Jugendlichen haben – in Grundgesetz sowie Kinder- und Jugendhilfegesetz verankerte – Rechte auf Bildung, Beteiligung, vollständige und gleichberechtigte Teilhabe, Inklusion, Förderung und Schutz, unabhängig von ihrer sozialen oder kulturellen Herkunft, Ethnie, Religion, ihres Geschlechts, Alters oder ihrer sexuellen Identität.

Wo sehen Sie persönlich die größte Herausforderung, um Vielfalt und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in Rheinland-Pfalz zu ermöglichen? Was wird Ihr erster Schritt sein, um diese Herausforderung in Ihrem Wahlkreis anzugehen?


Ganz eindeutig ist eine große Herausforderung die Integration von Jugendlichen, die als Flüchtlinge in unser Land gekommen sind. Nicht nur die Politik, auch Jugendliche sind hier gefordert. Wir, die Politiker, müssen formale Rahmenbedingungen festlegen, welche ein Umfeld der Akzeptanz und Vielfalt sicherstellen, und wir, die Menschen, müssen dieses mit Leben erfüllen: Wir müssen mit Toleranz, aber auch Entschlossenheit dafür eintreten, dass unsere Gesellschaft ihren guten Ruf zu Recht hat und die Würde aller Menschen achtet. Aus meinem politischen Schwerpunkt, der Kulturarbeit, ergibt sich, dass das Bemühen um kulturelle Teilhabe von zentraler Bedeutung für meine Arbeit ist. Hier liegen auch besondere Möglichkeiten, unterschiedliche Talente und Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen zu fördern, was ich in der nächsten Wahlperiode gerne weiterverfolgen würde.



© Bild: SPD-Fraktion | A. Heimann

 

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