Sahler-Fesel, IngeborgAktionen

Partei
SPD – Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Wahlkreis
24 - Trier / Schweich
Persönliche Angaben
Geburtsdatum: 1956

Beruf: Landtagsabgeordnete

Erfahrung in der Jugendarbeit: Kirchl. Jugendarbeit, Vorstand Stadtjugendring Trier, Jugendleiterin ASJ Trier, Jugendhilfeausschuss Stadt Trier und Land RLP; Mutter von zwei Kindern :-)
1. Frage: Gute Jugendpolitik

Aus Sicht der Jugendverbände und Jugendringe funktioniert Gute Jugendpolitik ressortübergreifend und redet mit jungen Menschen statt über sie. Alle politischen Entscheidungen müssen bezüglich ihrer Auswirkungen auf das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen überprüft werden, im Land wie in der Kommune.

Wie werden Sie die Neuausrichtung der Jugendpolitik in Rheinland-Pfalz im Sinne einer Guten Jugendpolitik in der neuen Wahlperiode unterstützen?


Auch die SPD in Rheinland-Pfalz versteht Jugendpolitik als Querschnittsaufgabe. Die Entscheidung, dass alle 5 Jahre ein Kinder- und Jugendbericht extern erarbeitet wird, war richtungsweisend und gibt allen Politikern bis auf die kommunale Ebene im Land die Möglichkeit, die Ressourcen und Wünsche von Kindern und Jugendlichen aufzunehmen und entsprechend Jugendpolitik zu gestalten. Der nun veröffentlichte “2. Kinder- und Jugendbericht“, an dem über 2100 Kinder und Jugendliche aus dem gesamten Bundesland mitgewirkt haben, hat die Lebensphase Jugend zum Schwerpunkt. Ich halte daher persönlich keine Neuausrichtung für notwendig, sondern die konsequente Umsetzung der Forderungen Respekt, Ressourcen und Räumen. Die vom Land ins Leben gerufene Jugendstrategie „JES!“ dient dabei als Grundlage.
2. Frage: Finanzierung der Jugendarbeit als Infrastruktur

Die öffentlichen Ausgaben für Jugendarbeit stagnieren seit Jahrzehnten. Gemessen an den Gesamtausgaben für die Jugendhilfe (hier vor allem für Kindertagesbetreuung) geht der Anteil der Ausgaben für Jugendarbeit immer weiter zurück und liegt aktuell in Rheinland-Pfalz bei 3,4 %. Damit liegen wir – wie üblich in diesem Bereich – klar unter dem Bundesdurchschnitt. Mit dem Argument der Einhaltung der Schuldenbremse werden häufig existenziell notwendige Ausgaben für die Erhaltung und den dringend nötigen Ausbau der Jugendarbeit im Sinne einer örtlich vorzuhaltenden Infrastruktur nicht getätigt. Dies schadet der jungen Generation.

Was werden Sie persönlich tun, um Angebote und Strukturen der Jugendarbeit im Land und in der Kommune abzusichern und zu stärken?


Das Land Rheinland-Pfalz hat trotz der Schuldenbremse im Bereich der Jugendpolitik für 2016 keine Kürzungen vorgenommen, sondern an gestiegene Personal- und Fixkosten angepasst. Zusätzlich wird 2016 auch das Budget für die sozialen Bildungsmaßnahmen um 300.000 € aufgestockt auf nunmehr zwei Millionen €. Diese Gelder sind landesweit dafür bestimmt, dass sich unsere Kinder und Jugendlichen sowie Flüchtlingskinder zum Beispiel Kompetenzen in der Konfliktbewältigung, dem respektvollen Umgang zwischen Frauen und Männern und der freien Meinungsäußerung aneignen können. Im Hinblick auf die örtlichen Strukturen sollte Jugendarbeit nicht mehr als freiwillige, sondern als Pflichtaufgabe verstanden werden. Wichtig sind in diesem Zusammenhang Zugänge zum öffentlichen Raum, wie Infrastruktur, besseren ÖPNV, Schulen sowie Räume für Jugendtreffs und Freizeitgestaltung.
3. Frage: Vielfalt und Teilhabe

Alle Kinder und Jugendlichen haben – in Grundgesetz sowie Kinder- und Jugendhilfegesetz verankerte – Rechte auf Bildung, Beteiligung, vollständige und gleichberechtigte Teilhabe, Inklusion, Förderung und Schutz, unabhängig von ihrer sozialen oder kulturellen Herkunft, Ethnie, Religion, ihres Geschlechts, Alters oder ihrer sexuellen Identität.

Wo sehen Sie persönlich die größte Herausforderung, um Vielfalt und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in Rheinland-Pfalz zu ermöglichen? Was wird Ihr erster Schritt sein, um diese Herausforderung in Ihrem Wahlkreis anzugehen?


Für mich ist nach wie vor die größte Herausforderung das Wahlrecht auf das 16. Lebensjahr herabzusenken. Viele junge Menschen möchten sich am gesellschaftlichen Entscheidungsprozess beteiligen – auch bei Wahlen. Einige Bundesländer sind bereits diesen Schritt gegangen. In Rheinland-Pfalz ist dieser Antrag (der eine Zweidrittelmehrheit erfordert) am Nein der CDU gescheitert. Ich werde weiterhin für eine Absenkung des Wahlalters eintreten. Ganz konkret möchte ich mich vor Ort und in Anlehnung an den 2. Kinder- und Jugendbericht für ein Haus der Jugend in Schweich einsetzen.



© Bild: SPD-Fraktion | A. Heimann

 

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