Köbberling, Dr. AnnaAktionen

Partei
SPD – Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Wahlkreis
09 - Koblenz
Persönliche Angaben
Erfahrung in der Jugendarbeit:

• Langjährige Erfahrung als Seminarleiterin und Referentin in der (überparteilichen) politischen Bildung für Jugendliche beim Verein zur Förderung politischen Handelns (vfh e.V.)

• Langjährige Erfahrung in der Betreuung und Leitung von Jugendfreizeiten bei der Sportjugend Rheinland-Pfalz

• Gründung eines privaten Kinderhorts in Koblenz
1. Frage: Gute Jugendpolitik

Aus Sicht der Jugendverbände und Jugendringe funktioniert Gute Jugendpolitik ressortübergreifend und redet mit jungen Menschen statt über sie. Alle politischen Entscheidungen müssen bezüglich ihrer Auswirkungen auf das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen überprüft werden, im Land wie in der Kommune.

Wie werden Sie die Neuausrichtung der Jugendpolitik in Rheinland-Pfalz im Sinne einer Guten Jugendpolitik in der neuen Wahlperiode unterstützen?


Antwort:

Die Einbindung von Kindern und Jugendlichen halte ich für gesellschaftlich sehr wichtig, da viele Entscheidungen sie betreffen und das Miteinander der Generationen die Gesellschaft bestimmt. Nach meinem politischen wie persönlichen Verständnis muss allen Kindern und Jugendlichen, unabhängig ihrer Herkunft, der finanziellen Situation der Familie sowie weiterer Faktoren, die Möglichkeit und Chance gegeben werden, sich nach ihrem Können zu entfalten. Dieses wichtige Ziel möchte ich in dieser Legislaturperiode durch entsprechende Initiativen und Gespräche unterstützen. Der wichtigste Schlüssel zur Erreichung dieses Ziels ist kostenlose Bildung, die von weiteren Angeboten im sozialen Umfeld ergänzt werden muss. Ich unterstütze auch die Absicht der Ampel-Koalition, das Wahlalter im kommunalen Bereich auf 16 Jahre zu senken. Jedoch darf gleichzeitig auch die politische Bildung in der Schule nicht vergessen werden und muss dementsprechend angepasst werden, damit die politische Teilhabe auch reflektiert wird.
2. Frage: Finanzierung der Jugendarbeit als Infrastruktur

Die öffentlichen Ausgaben für Jugendarbeit stagnieren seit Jahrzehnten. Gemessen an den Gesamtausgaben für die Jugendhilfe (hier vor allem für Kindertagesbetreuung) geht der Anteil der Ausgaben für Jugendarbeit immer weiter zurück und liegt aktuell in Rheinland-Pfalz bei 3,4 %. Damit liegen wir – wie üblich in diesem Bereich – klar unter dem Bundesdurchschnitt. Mit dem Argument der Einhaltung der Schuldenbremse werden häufig existenziell notwendige Ausgaben für die Erhaltung und den dringend nötigen Ausbau der Jugendarbeit im Sinne einer örtlich vorzuhaltenden Infrastruktur nicht getätigt. Dies schadet der jungen Generation.

Was werden Sie persönlich tun, um Angebote und Strukturen der Jugendarbeit im Land und in der Kommune abzusichern und zu stärken?


Antwort:

In meiner Funktion als finanzpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion werde ich darauf achten, dass die Haushaltszwänge keine maßgeblichen Einflüsse auf die Angebote für die Jugend haben. Auch in der Vergangenheit wurden die finanziellen Rahmenbedingungen im Haushalt trotz Schuldenbremse nicht verringert, sondern vielmehr ausgebaut, was auch mit dem Doppelhaushalt 2017/2018 angestrebt wird. Dies unterstreicht die Wichtigkeit dieser Altersgruppe, auf die es durch den demographischen Wandel in Zukunft noch stärker ankommen wird. Das Thema "Jugend" ist ein ressortübergreifendes Thema und facettenreich, weshalb diesem Umstand Rechnung im Handeln getragen werden muss.
3. Frage: Vielfalt und Teilhabe

Alle Kinder und Jugendlichen haben – in Grundgesetz sowie Kinder- und Jugendhilfegesetz verankerte – Rechte auf Bildung, Beteiligung, vollständige und gleichberechtigte Teilhabe, Inklusion, Förderung und Schutz, unabhängig von ihrer sozialen oder kulturellen Herkunft, Ethnie, Religion, ihres Geschlechts, Alters oder ihrer sexuellen Identität.

Wo sehen Sie persönlich die größte Herausforderung, um Vielfalt und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in Rheinland-Pfalz zu ermöglichen? Was wird Ihr erster Schritt sein, um diese Herausforderung in Ihrem Wahlkreis anzugehen?


Antwort:

Ich halte Institutionen, die die Rechte von Kindern und Jugendlichen fördern, für wichtige Instrumente, um die Interessen der Jugend zu wahren und zu artikulieren. Hierbei hat sich im Wahlkreis 9 (Koblenz) vor allem der Jugendrat hervorgetan, in dem Kinder und Jugendliche demokratische Auseinandersetzungen trainieren und der auch einiges bewirken kann. Jedoch sollten auch die Leistungen weiterer Initiativen und Verbände – seien es Sportvereine, kirchliche oder andere Angebote wie z.B. das Koblenzer Jugendtheater - nicht vergessen und der Dialog mit ihnen intensiviert werden. Diese Dialoge, vor allem mit den Kindern und Jugendlichen, müssen auf Augenhöhe und mit gegenseitigem Respekt stattfinden, um sich gegenseitig besser zu verstehen und konstruktive Netzwerkarbeit zu betreiben. Erste Kontakte haben bereits mit entsprechenden Gruppen in Koblenz stattgefunden, und ich durfte auch schon tolles Engagement und große Kreativität kennenlernen. Durch solche Gespräche werden einem die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen näher gebracht. Gemeinsam mit den anderen Landtagskolleginnen und –kollegen der Ampelkoaltion werden wir in den nächsten fünf Jahren darauf achten, dass diesen Bedürfnissen auch Rechnung getragen wird. Nur so bleiben wir gegenüber den Jugendlichen als PolitikerInnen glaubwürdig, und sie werden sich selbst zu engagierten Mitgliedern der Gesellschaft und überzeugten Demokraten entwickeln.



© Bild: SPD-Fraktion | A. Heimann

 

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